
Seit dem 1. Januar 2007 sind die Kommunen, also die Kreise und kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein, für die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung zuständig. Das nennt man auch Kommunalisierung. Vorher hat sich das Land Schleswig-Holstein um die Eingliederungshilfe gekümmert. Jetzt haben die einzelnen Kommunen die Verantwortung für diesen Bereich. Deshalb ist es wichtig, dass Menschen mit Behinderung vor Ort mitreden und ihre Interessen dort selbst vertreten!

Am 3. Juli 2007 fand in Kiel im Landeshaus die Fachtagung „Inklusion: nicht über uns ohne uns“ statt. Die Tagung wurde vom Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung Schleswig-Holstein, Herrn Dr. Ulrich Hase, und dem Landesverband der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Schleswig-Holstein gemeinsam durchgeführt.

Inklusion meint die selbstverständliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung an allen gesellschaftlichen Bereichen. Inklusion ist unter anderem ausgerichtet auf die Stärkung der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung.

Auf der Veranstaltung am 3. Juli 2007 gab es eine spannende Diskussion mit Menschen mit Behinderung aus ganz Schleswig-Holstein. Die Wortbeiträge zeigten, dass Menschen mit Behinderung sich selbst vertreten möchten – in der Politik und in allen anderen Bereichen. Aber es wurde auch deutlich, dass es an vielen Orten noch nicht die Möglichkeiten dazu gibt, mitzureden und mitzumachen.

Bei der Fachtagung entstand deshalb die Idee, eine Rundreise durch alle Kreise und kreisfreien Städte im Lande durchzuführen. Die Rundreise wird vom Landesbeauftragten und dem Landesverband der Lebenshilfe gemeinsam geplant und veranstaltet. Inzwischen ist die Rundreise beendet worden. Der Landesbeauftragte und die Lebenshilfe haben die 15 Veranstaltungen in 15 Monaten von März 2008 bis Mai 2009 durchgeführt.

Bei den Veranstaltungen wollten wir von Ihnen erfahren,
wo Sie wegen Ihrer Behinderung Probleme haben, wie die Selbstvertretung im Kreis/ in der kreisfreien Stadt bisher aufgebaut ist und wie die Selbstvertretung im Kreis/ in der kreisfreien Stadt weiter entwickelt werden kann.

Die Veranstaltungen richteten sich an alle Menschen mit Behinderung, kommunale und Kreisbehindertenbeauftragte, Schwerbehindertenvertretungen, Heimbeiräte und Werkstatträte aus dem Kreis/ der kreisfreien Stadt. Die Abschlusstagung der Rundreise fand am 03. Juli 2009 in Kiel im Landeshaus statt. Dort wurden die Ergebnisse der Rundreise vorgstellt. Es gab auch erneut eine spannende Diskussion. Der Landesbeauftragte und die Lebenshilfe haben ihre neuen Angebote, die sich aus der Rundreise ergeben haben, dargestellt.

Das Ziel der Rundreise war es, Menschen mit Behinderung in Schleswig-Holstein in ihrer Selbstvertretung zu stärken und zukünftige Aktivitäten anzuregen. Menschen mit Behinderung sollen selbstverständlich mitmachen und mitreden – in der Politik und überall.
Die Rundreise war ein erster Schritt auf diesem Weg!