Familiennetzwerke - Lebenshilfe Schleswig-Holstein

Die Lösung gibt es oft schon im Nachbarort

12.11.2014

ITZEHOE. Menschen klopfen sich gegenseitig auf die Schulter, laufen untergehakt durch den Raum oder stellen sich zu lebenden Bildern auf. Was lustig-spielerisch aussieht, ist der Auftakt zu einem zweijährigen Projekt mit einem ehrgeizigen Ziel.

Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen, die Lust auf ein Miteinander, auf Austausch, neue Ideen und gegenseitige Unterstützung haben, sollen sich finden und idealerweise zu einem Netzwerk zusammenschließen. Klingt einfach, ist in einem Land, in dem stellenweise wenig Menschen auf viel Fläche leben, aber gar nicht so einfach. „Mit uns für alle“ lautet das Motto, das der Lebenshilfe Landesverband Schleswig-Holstein seinem Projekt Familiennetzwerke gegeben hat. Es läuft modellhaft in zwei Regionen, in Flensburg und im Kreis Steinburg. Hier sollen zunächst Erfahrungen gesammelt werden, die idealerweise aufs ganze Land ausstrahlen sollen.

„Es gibt sehr viele Themen, die Familien verbinden“, meint Bärbel Brüning, Landesgeschäftsführerin der Lebenshilfe. „Wir sind auf dem Weg, herauszufinden, wie ein ‚Wir‘ heute und morgen gelingen kann. Darauf freue ich mich sehr.“ Und Antje Hachenberg, die mit der Projektkoordination im Kreis Steinburg beauftragt wurde, spricht als Mutter von drei Kindern aus Erfahrung, wenn sie sagt: „Oft geht es ‚nur‘ um das Lösen von Alltagsproblemen.“ Das kann die Übernahme von Fahrdiensten sein, aber auch Hilfe beim Renovieren.

Das Familiennetzwerk soll gleichermaßen eine Tauschbörse von Informationen, Anregungen und Ideen sein: Wo gibt es ein Angebot, das genau zu meinem Kind passt? Wo gibt es eine Familie, die mit mir dieselben Interessen und Bedürfnisse teilt? „Viele Familien ziehen sich mit ihren Problemen und Bedürfnissen auf sich selbst zurück“, weiß die 48-Jährige. „Dabei gibt es vielleicht schon im Nachbardorf eine Lösung oder Antwort auf drängende Fragen.“

Bei der Auftaktveranstaltung in Itzehoe, an der ca. 65 Interessierte teilnahmen, ging es noch nicht um die ganz großen Themen. Vielmehr stand das Kennenlernen im Vordergrund. Und es zeigte sich: Jeder weiß etwas, was dem anderen nützen könnte. Und wovon einige noch nie gehört haben. Ebenso wurde deutlich, wie groß der Bedarf an Kontakten mit Gleichgesinnten ist. Und zwar ohne Zwang, ganz nach dem bewährten Motto: Alles kann, nichts muss. Erste Adressen wurden ausgetauscht, neue Kontakte geknüpft. Ein ermutigender Auftakt! Am Samstag, 15. November, folgt die zweite Auftaktveranstaltung in Flensburg.

Das Projekt Familiennetzwerke wird mit Mitteln der Aktion Mensch gefördert. Es soll sich nach Abschluss der Projektphase (Juli 2016) selbst tragen. Die erarbeiteten Strukturen sollen anderen Regionen des Landes als Beispiel dienen, um dort ähnliche Netzwerke aufbauen zu können. Zu diesem Zweck wird es vom Institut für Soziale Praxis der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie, Hamburg (EHH), wissenschaftlich begleitet.

Einige Eindrücke von der Auftaktveranstaltung in der Auguste-Viktoria-Schule in Itzehoe

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